Nanu!

na-nu: Interjektion am häufigsten mit Frageton als Ausdruck ungläubigen Staunens, Zusammenrückung aus na nu (siehe: nun); im 19. Jh. in der Schreibung na, nu!

Wissen Sie noch, wann Sie das zum letzten Mal gedacht haben? Vielleicht, als Sie einen lange gesuchten Gegenstand an unerwarteter Stelle wiederfanden? Oder als beim Heimkommen in der Stube Licht brannte, obwohl keiner im Haus war? Als vor der Tür überraschender Besucht wartete oder das alte Radio nach langem Reparieren wieder einen Ton von sich gab?

Ich finde, dass „Nanu“ selten geworden ist. Irgendwie geht alles immer weiter. Sind gute Überraschungen Mangelware zumal in diesen Tagen? Dabei gehört das „Nanu“ doch zur Vorweihnachtszeit. Davon erzählt schon unsere Bibel: Maria erschrickt, als ihr ein Engel die Geburt Jesu ankündigt. Und Josef ebenso, als er die ungeheuerliche Nachricht hört. Die Hirten auf dem Feld sind starr vor Furcht, als die himmlischen Heerscharen erscheinen und schließlich wundern sich alle, die von der Geburt des Messias in Bethlehem erfahren. Die Weihnachtsgeschichte ist voller Wunder und so wundern sich alle Beteiligten. Niemand hätte wohl gedacht, dass Gott als Mensch zur Welt kommt. Dass die Krippe im ärmlichen Stall ihm der passende Ort, eine junge Frau und ein gewöhnlicher Handwerker die passenden Eltern wären.

Wird das „Nanu!“ also zu unserer Vorweihnachtszeit in diesem Jahr gehören? Weil wir in den schlimmen Tagen der Pandemie Momente der Hoffnung und des Trostes erleben? Weil wir einen Lichtschein spüren, der die Dunkelheit unterbricht? Weil wir trotz allen Abstands erleben, wie nah und wie verbunden wir als Gemeinde sind? Weil wir über Gottes Treue zu uns und die Freundlichkeit von Menschen verwundert sind? Weil wir das Wunder der Heiligen Nacht entdecken?

Ich wünsche Ihnen, dir und mir dieses „Nanu!“

Herzlich grüßt Sie mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Kirchgemeinde.

Ihr Pfarrer Benjamin Roßner

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