Grußwort von Pfarrer Tom Seidel

Haben Sie schon mal jemanden angespornt? Ich habe es dieses Jahr im Urlaub getan: Mein Schwager hat am Müritzlauf teilgenommen. Über 20 Kilometer ist er gelaufen. Ich hab mich mit meiner Familie auf halber Strecke postiert und auf ihn gewartet. Erst hat er uns gar nicht bemerkt. Aber wir haben uns lautstark bemerkbar gemacht und ihn so angespornt. Und schließlich sind wir mit dem Auto zum Ziel in Waren vorausgefahren und haben dasselbe noch mal gemacht.

Der Effekt war jedes Mal der gleiche: Das Gesicht des Läufers hellt sich auf und letzte Kraftreserven werden aktiviert.

Aber nicht nur Läufer auf langen Strecken brauchen es, dass man sie anspornt. Der Hebräerbrief im Neuen Testament macht es uns allen zur Aufgabe und zur eigenen Notwendigkeit: „Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken“ (Hebräer 10,24; Monatsspruch Oktober).

Hier ist nicht von einem Müritzlauf die Rede, sondern von unserem Leben als Christen in dieser Welt. Und auch das kann anstrengend sein. Aber wir sind nicht allein unterwegs. Da gibt es Schwestern und Brüder, die mit uns unterwegs sind, die uns im Blick haben und ermutigen. Die in guter Weise auf uns achthaben und die uns hoffentlich auch anspornen nicht aufzugeben.

Das war die Gefahr der Christen, an die der Hebräerbrief geschrieben ist und das ist die Gefahr heute. Ich muss manchmal daran denken, dass ich durch das letzte anderthalbe Jahr doch so manchen aus dem Blick verloren habe. Irgendwie hat oft die Kraft gefehlt mal nachzufragen wie es geht. Vielleicht geht es Ihnen genau so? Dann nehmen Sie doch einfach mal wieder Kontakt auf zu jemandem, von dem Sie schon lange nichts mehr gehört haben!

Und übrigens: Der Hebräerbrief ist nicht nur an Pfarrer geschrieben. Seine Aufforderung geht an alle Christen: „Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.“

Es grüßt Sie im Namen der Kirchvorsteher und Mitarbeiter

Ihr Pfr. Tom Seidel