Gedanken zur Jahreslosung 2021

Ganz der Vater, ganz die Mutter – so sagen wir oft, wenn jemand in einer bestimmten Eigenschaft seinen Eltern ähnelt. Ja, es ist nicht zu leugnen, wessen Kinder wir sind. Manchmal geht es mir so, wenn ich Jugendliches sehe, deren Eltern ich kenne, dass ich sie darauf anspreche: Bist du nicht der Sohn von XY? Ob es nun unser Äußeres oder bestimmte Charaktereigenschaften betrifft – Eltern prägen Kinder. Experten streiten sich, wie viel davon genetisch bedingt ist und wie viel erlernt, abgeschaut und verinnerlicht.

In der neuen Jahreslosung geht es auch um eine Vater-Kind-Ähnlichkeit: „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“(Lukas 6,36) Wer an Gott glaubt, der hat nicht nur irdische Eltern, sondern hat in Gott einen himmlischen Vater. Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, er ist mein Vater. So beten wir es als Christen in dem Gebet, dass die Welt umspannt: Vater unser im Himmel….

Und als Kinder dieses Vaters sollen wir sein Wesen widerspiegeln, so wie Kinder das Wesen ihrer Eltern widerspiegeln. Das können wir niemals vollständig. Wir sind nur Menschen, Gott ist der allmächtige Schöpfer. Jesus sagt nicht: „Seid allmächtig, wie euer Vater allmächtig ist!“ Das ergibt natürlich keinen Sinn, wir sind so oft ohnmächtig. Aber es gibt eine Eigenschaft Gottes, die Jesus uns zutraut nachzuahmen:

Barmherzigkeit. Gott ist eine barmherziger Gott, der mit einem Herzen voller Liebe auf seine Menschenkinder schaut. Er ist uns wohlwollend. Unser Schicksal, auch und gerade in dieser schweren Lockdown-Zeit, ist ihm nicht egal, sondern geht ihm innerlich nah. Martin Luther bringt es mal mit einem schönen Bild zur Sprache: Gott ist ein Backofen voller Liebe.

So ist Gott, uns so sollen auch wir sein, wenn wir diesen Gott als Vater im Gebet anrufen. Es gelingt uns nicht immer. Aber es soll uns prägen, so dass es andere sehen und sich in unserer Nähe wohlfühlen. Jesus traut es uns zu, darum fordert er uns dazu auf: Seid barmherzig. Ich wünsche mir und Ihnen diese Eigenschaft für das neue Jahr. Ich wünsche es uns in einer Welt, in der viel Unbarmherzigkeit herrscht. Ich wünsche uns, dass wir unseren Nächsten nicht als Kritiker oder als Richter sehen und beurteilen, sondern dass wir ihm mit einem wohlwollenden Herzen begegnen.

Es grüßt sie im Namen der Kirchvorsteher und Mitarbeiter Ihr Pfr. Tom Seidel

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