Impuls Sommer 2019

Ende September feiern wir in unseren Gemeinden wieder die Erntedankfeste. Der zweite trockene Sommer in Folge macht uns deutlich, wie verletzlich unsere Erde ist. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir auf der reichen Nordhalbkugel immer genug zu essen haben, während in vielen Ländern der Südhalbkugel die Menschen hungern. Erntedank erinnert uns auch daran, dass wir unseren Lebensstil überdenken müssen, teilen lernen und verantwortungsvoll mit Gottes Schöpfung umgehen. Und das betrifft nicht nur das eine Fest im Jahr. Vielfach hört man heute den Satz: „Wir haben diese Erde nur von unseren Kindern und Enkeln geliehen.“ Als Christ würde ich eher sagen: „Wir haben diese Erde von Gott, dem Schöpfer und Erhalter, geliehen bekommen.“ Er ist es, vor dem wir uns alle einmal verantworten müssen. Er ist es, der uns mit allem versorgt, was wir zum Leben nötig haben. Ihn wieder in den Blick zu bekommen bei allem Guten, was wir im laufenden Jahr trotz aller Trockenheit ernten konnten, dazu lädt uns  das Erntedankfest ein. Sehr schön hat das Matthias Claudius in seinem „Erntedanklied“ zusammengefasst:

Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
der Sperling und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst von ihm,
das schöne Frühlingswetter
und Schnee und Ungestüm.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

Matthias Claudius

Im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher grüßt Sie Ihr Pfarrer Tom Seidel